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Zoo der Minis  /  Auf einen Blick  /  Alte Zeiten
Die Geschichte des Auer Tiergartens

 
Die Idee, der Bevölkerung von Aue Tiere unserer Heimat zu zeigen und näher zu bringen, entstand schon um die Jahrhundertwende. Damals existierten in Aue bereits ein „Zoologischer Verein“ und ein „Kanarienvogelzüchter-Verein“. Einige Jahre vor dem zweiten Weltkrieg verfügte die Stadt auch schon einmal über einen kleinen Zoo, der in den heutigen Postanlagen als eine exklusive Tierschau des Zoologischen Gartens Leipzig aufgebaut war.

Nach dem Krieg errichtete der Lehrer Wilhelm Häberer, zur Bereicherung des Biologieunterrichts, in einer Ecke hinter der Turnhalle der Pestalozzischule (heute Gymnasium) einen Käfig, in dem er einen Fuchs unterbrachte.

1953 entstand dann auf dem Heidelsberg ein Wildgehege. Es umfasste etwa 50 x 50m und befand sich direkt oberhalb der Parkstrasse, ca. 100m von der Parkwarte in Richtung Eichert. Darin wurden Wildschweine, Rehe und Hirsche gehalten. Das Gehege wurde aber bald wieder abgerissen, da es in keiner Weise seiner Bestimmung entsprach und die Tiere mehrmals ausgebrochen waren.
1960 wurde dieses Thema erneut aktuell, als anlässlich einer GST-Jagdkonferenz (GST Gesellschaft für Sport und Technik der DDR) der Wunsch geäußert wurde, das alte Wildgehege wieder herzurichten. Der Standort erwies sich zwar wegen seiner Verkehrslage alsungeeignet, doch die Diskussion zur Schaffung eines Heimattiergartens war entfacht. Als Grund für die Errichtung einer solchen Anlage wurde u.a. eine sehr wichtige und bis dato wenig beachtete Erziehungsarbeit im Sinne des Natur- und Tierschutzes genannt. Außerdem erhalte die Stadt Aue eine weitere attraktive Sehenswürdigkeit und Kulturstätte.

Wieder war es Wilhelm Häberer, der als Vorsitzender des „Teckelhundezüchter-Vereins“ dem damaligen Bürgermeister Emil Schuster vorschlug, einen gut gegliederten städtischen Tiergarten auf dem Gelände des wenig genutzten Schulgartens der Pestalozzischule an der Schwarzenberger Strasse anzulegen.
Da das ehemalige Werksgelände der Wäschefabrik Caßler (Wäscheunion, -konfektion) vollkommen heruntergewirtschaftet und der Boden ausgelaugt war, lehnte die Stadtgärtnerei eine weitere Bewirtschaftung ab und machte somit den Weg für die Schaffung des Tiergartens an diesem Standort frei.

Jetzt mussten nur noch die finanziellen Mittel für den Aufbau erbracht werden. Im staatlichen Haushaltsplan war für eine solche Investition kein Geld vorgesehen. Es musste also eine andere Finanzierungsmöglichkeit gefunden werden. So kam vom Bürgermeister, der selbst von der Tierparkidee angetan war, der Vorschlag, einen Teil der Aufwendungen aus dem Gewinn der Auer AufbauTombola, der damals jährlich ca. 200.000 Mark (DDRMark) betrug, bereitzustellen. Da die Tombola bis 1970 nicht unter staatlicher Kontrolle stand, konnte die Stadt frei über die Mittel verfügen.
So wurde ein Betrag festgelegt, den der Tiergarten für den Aufbau und auch künftig jährlich erhalten sollte. Die übrigen noch fehlenden Mittel wurden durch Spenden und vor allem durch Einsätze im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) erbracht. Um Anfangsschwierigkeiten zu überwinden, und Fehler zu vermeiden, fuhren die Initiatoren im April 1960 in den ZOO-Chronik - zoo der minis Aue - Seite 3 Tiergarten Falkenstein, um dort Erfahrungen zu sammeln. Alle Einrichtungen wurden genau inspiziert, um die Erkenntnisse und Ratschläge der Falkensteiner für den künftigen Auer Tiergarten nutzen zu können.
Im Mai 1960 fanden Besprechungen statt, bei denen die Grundlagen für das Projekt festgelegt wurden. Am 28.06.1960 erfolgte dann der „ 1. Spatenstich“ mit den Erdarbeiten für die Fuchsburg. Mit diesem Aushub begann der Aufbau des Auer Tiergartens und damit der Aufbau einer der ersten Tiergärten im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt (heute Regierungsbezirk Chemnitz).

Die Arbeiten gingen zügig voran und bald konnte mit der Errichtung weiterer „Unterkünfte“, wie dem Meerschweinchengehege oder der Waldkauzvoliere, begonnen werden. Die ersten Bewohner der Anlage waren dann auch zwei Waldkäuze. Sie erhielten deshalb auch die Namen „Adam“ und „Eva“.

Der Waldkauz als „Sinnbild der Weisheit“ zierte seitdem auch viele Jahre lang, neben dem Stadtwappen, das Logo des Tiergartens.
Am 7. Oktober 1960 war der erste Bauabschnitt vollendet. An diesem Tag wurde die Anlage auch erstmals offiziell für den Besucherverkehr freigegeben. Der zweite Abschnitt, der vor allem die Errichtung der Flugvoliere für die Greifvögel vorsah, konnte am 1. Osterfeiertag 1961 seiner Bestimmung übergeben werden. Zu diesem Zeitpunkt beherbergte der Tiergarten bereits 23 Arten mit 56 Exemplaren.
Das der Auer Tiergarten bald zu einer anerkannten Einrichtung wurde, zeigte die 1964 in Aue stattfindende Tagung mit Zooerfahrungsaustausch der Vertreter des Ministeriums für Kultur. An dieser Veranstaltung beteiligten sich zahlreiche Leiter von zoologischen Gärten und Tierparks des Landes. Dabei konnten wichtige Kontakte geknüpft bzw. bereits seit der Gründung bestehende Beziehungen zu namhaften Zoos der damaligen DDR vertieft werden.

Von diesen Beziehungen zeugen auch die zahlreichen Tiergeschenke. So bekam man beispielsweise bereits 1962 vom Zoo Halle das erste Hängebauchschwein. Vom Leipziger Zoo erhielt man einmal zwei sehr seltene Uhus. Vom Tierpark Berlin bekam man zum 11. Geburtstag 1971 zwei Auerochsen geschenkt.

Kontakte bestanden auch zu den Tierparks in Magdeburg, Rostock, Dresden und vielen kleineren Einrichtungen. Später kamen auch ausländische Tiergärten hinzu.
Als der Leipziger Zoo 1962 zwei Braunbären zum Kauf anbot, entbrannte ein Streit um das Konzept des Tiergartens als Heimattiergarten, der als charakteristisches Merkmal die Haltung von in heimischer Natur vorkommenden Tierarten vorsah und keine „Exoten“. Obwohl Bären vor einigen hundert Jahren auch bei uns heimisch waren, war man damals geteilter Meinung.

Jedoch erkannte man auch, dass man die Bevölkerung nur mit ständig neuen Attraktionen zu einem Besuch des Tiergartens bewegen konnte. Der Kauf kam danach mit Hilfe der Spenden von Auer Hortkindern trotzdem zustande. Der Bärenzwinger bestand aus einem alten Möbelwagen, an dem ein starker Gitterkäfig angebracht war. Diese Unterkunft sollte natürlich nur eine provisorische Lösung sein. So begann 1963 der Bau einer massiven „Bärenburg“ aus Stein. Man kann sie ruhig als internationales Gemeinschaftswerk bezeichnen, waren doch französische Jugendliche, die 14 Tage in Aue weilten, mit am Aufbau beteiligt.

Seit dieser Zeit fanden immer mehr exotische Tiere, wie z.B. 1966 die Affen, den Weg ins Erzgebirge. Diese Exoten verlangten natürlich eine aufwendigere Haltung und Pflege und waren auch nicht immer kostenlos zu bekommen.
 
Als 1970 die Gewinne der Aufbau-Tombola unter Staatskontrolle gerieten und für andere volkswirtschaftliche Belange verwendet wurden, musste zwangsläufig nach anderen Geldquellen gesucht werden. So entstanden das Esel-und Ponyreiten und die Kutschfahrten.

Die ständigen Neuzugänge von in- und ausländischen Tieren führten aber auch zu einer Überbelegung. Gleichzeitig versäumte man jedoch, die Unterkünfte den jeweiligen Lebensweisen der Tiere anzupassen. Zusammen mit dem ständigen Personalmangel führte dies dazu, dass sich der Tiergarten Ende der 70er Jahre in einen derart schlechten Zustand befand, welcher beinahe die Schließung und Auflösung zur Folge hatte.
Glücklicherweise entschieden sich die Verantwortlichen im Rat der Stadt dafür, den Tiergarten zu erhalten und ihn wieder zu einem Heimattiergarten umzuprofilieren. Viele der Exoten und auch einheimische Tiere wurden an andere Tierparks abgegeben. Nur einige markante Tierarten blieben als Besucherattraktionen in Aue.
In diese Umgestaltung fiel 1989 die politische Wende. Dadurch kam es bekanntlich zu erheblichen Veränderungen, und geplante Bauarbeiten konnten zugunsten der Futtermittelbeschaffung und der Tierpflege nicht durchgeführt werden. Der steigende Finanzbedarf und eine durch die „Pressefreiheit“ kurzzeitige negative und realitätsfremde Berichterstattung über den Zustand der Anlagen führten zu einer erneuten Diskussion über eine Schließung. Als diese vom Tisch war, sorgte der Entwurf des Flächennutzungsplanes der Stadt für Aufregung.

Darin wurde die Verlagerung des Tiergartens auf den Heidelsberg erwogen. Um endlich Klarheit in diese Angelegenheiten zu bringen, musste das Stadtparlament Anfang 1991 eine Grundsatzentscheidung zur Zukunft treffen. Die Abgeordneten entschieden sich, ähnlich wie 1978, für den Tiergarten und dessen Standort.
Ganz nach dem Motto „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus!“ entstand Mitte der 90er Jahre die Idee des Zoos der Minitiere(zoo der minis). Denn was sollte man mit einem Gelände tun, das nur ca. 2 ha groß ist und auch nicht erweitert werden kann? Man schrumpft die Tiere!

Die Bemühungen um eine würdevolle Unterbringung der Tiere, die seit Ende der 80er Jahre verstärkt vorangetrieben wurden, fanden mit dieser Idee eine neue Perspektive.

Da es nicht möglich war, den vorhandenen Tierbestand auf dem kleinen Gelände tier- und verhaltensgerecht unterzubringen, schien die Präsentation von kleineren Tierarten, denen dann ja relativ zur Körpergröße mehr Platz zur Verfügung stand, die optimale Lösung zu sein.

 
 
 


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